Die Chronik des Flensborg Yacht Club

Das "O" macht den Unterschied ...

Das „o“ im Namen des Flensborg Yacht Club zeigt es deutlich: Hier handelt es sich um den Segelverein der dänischen Minderheit im Landesteil Schleswig. Auch im Vereinsstander, der die beiden Schleswigschen Löwen zeigt, kommt dies ebenso zum Ausdruck wie in der im Clubhaus neben der deutschen vorherrschenden dänischen Sprache.
 
Die Wurzeln des Flensborg Yacht Club reichen zurück bis in das Jahr 1936, als in Flensburg der Dansk Juniorsejlclub gegründet wurde. Mit finanzieller Hilfe aus Dänemark, u.a. der Schiffsreeder A.P. Møller und Knud Lauritzen, wurden drei Juniorboote gebaut. Nach Ende des Krieges kamen die Boote, die bei Kriegsausbruch nach Dänemark gebracht worden waren, wieder zurück an die Förde und bildeten den Grundstock des am 26. Juli 1946 gegründeten Flensborg Yacht Club (FYC)
 
Anfangs lag der Heimathafen des FYC im ehemaligen Marinesegelhafen in Meierwik bis dieser 1956 wieder an die neue Bundesmarine zurückgegeben werden mußte. Nach einem kurzen Gastdasein im Glücksburger Yachthafen Quellental ließ man sich 1961 an dem jetzigen Standort in Fahrensodde nieder. Zunächst lagen die Boote an Festmacherbojen. An Land stand nur eine kleine Materialbude zur Verfügung. Die Verhältnisse besserten sich jedoch schnell. 1963 entstand ein Clubhaus, das bereits 1968 ausgebaut werden musste.   
 

Nachdem der Nachbarverein Seglervereinigung Flensburg (SVF) die östliche Mole des Hafens fertig gestellt hatte, wurde 1974 die jetzige feste Brückenanlage errichtet. Im Jahre 1992 kam dann die westliche Mole hinzu. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass der größte Teil der Arbeiten zur Errichtung dieser Anlagen in Eigenleistung ausgeführt wurde, wie auch heute noch der „Arbeitsdienst“ der Mitglieder ein wesentliches Element des Clublebens ist.

Nachdem der FYC bereits 1953 Mitglied im Deutschen Seglerverband DSV geworden war, ging 1976 ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: Der Verein wurde als erster und einziger Segelverein südlich der Grenze von Dansk Sejlunion, dem nationalen dänischen Seglerverband, aufgenommen. Er ist damit der einzige Segelclub, der in beiden Dachverbänden Mitglied ist. In dieser Funktion ist der FYC auch immer ein Mittler zwischen dem Segelsport nördlich und südlich der Grenze gewesen.
 
Das Regattasegeln hatte schon immer einen hohen Stellenwert im FYC. Lange bevor über Clubregatten hinausgehende Wettfahrten veranstaltet wurden, nahmen FYC-Boote an lokalen und an den großen dänischen Rund-Regatten mit Erfolg teil. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Yachten des FYC finden sich in den Siegerlisten vieler großer Regatten wie MAIOR, Als rund, Fyn rundt, Sjælland rundt oder Flensburger Herbstwoche.

Seit 1971 veranstaltet der Club jeweils im Mai die Nachtregatta
“Lyö rundt“ über 80 sm rund um die vor Faaborg gelegene kleine dänische Insel Lyö. 1980 wagte man sich das erste Mal an die Veranstaltung einer großen internationalen Regatta, der Open International der Aphrodite 101 Klasse mit 28 Teilnehmern aus
7 europäischen Ländern.
Die 1987 veranstaltete inoffizielle Europameisterschaft für X 79 sah dann bereits 50 teilnehmende Yachten aus Dänemark, Holland, Schweden und Deutschland am Start.
 
Seit 1992 arbeitet man mit dem Nachbarverein SVF gemeinsam als Regattaveranstalter. Die zusammen ausgerichtete „Frühjahrswoche Flensburg“ ist mit ihren ca. 70 Teilnehmern bereits ein fester Bestandteil des Regattakalenders geworden. Die Wahl als Qualifikations-Regatta sowohl für das deutsche Commodores Cup Team 1996 wie für den Admirals Cup 1997 zeigen, dass auch der sportliche Wert stimmt.
 
Neben diesen Top-Ereignissen findet aber auch noch nach dänischem Vorbild an jedem Mittwochabend im Sommer eine abendliche Trainingsregatta für Mitglieder und Gäste statt und – clubintern – im Herbst die Einhand- und Partnerregatta. Die Jugendabteilung veranstaltet außerdem jedes Jahr ein Opti- und Jollenwochenende mit mehr als 100 Teilnehmern. Ihre Mitglieder sind auch auf den auswärtigen Revieren, meist in Dänemark, aktiv.
 
Heute hat der FYC 286 Mitglieder, davon 46 Jugendmitglieder sowie 43 fördernde Mitglieder und 2 Ehren- mitglieder. An der Brückenanlage liegen 86 Segel- und Motorboote von Mitgliedern sowie die beiden 606 Kieljollen der Juniorabteilung. Hinzu kommt noch eine Flotte von 20 Optimist-Jollen.